Im Herbst 1932 erreicht ein Sturm das Dorf

Wengen im Wallis, das seit Jahrzehnten von einer

stillen Krise geprägt ist. Die

BergbauGesellschaft, die das Dorf ernährt, hat

den Betrieb eingestellt, und die Bevölkerung

lebt von Handelsrouten, die sich durch den

Schnee winden. Inmitten dieser Abgeschiedenheit

lebt Clara von Hohenstein, eine junge Frau aus

der ehemals reichen Familie, deren Besitz durch

die Jahre des Kriegs zerstört wurde. Sie wird in

der alten Villa aufgezogen, wo ihre Mutter, eine

frühere Lehrerin, Bücher und Karten studiert.

Clara entdeckt einen verborgenen Raum unter dem

Badezimmer, der mit alten Geräten und einem

vergilbten Vertrag versehen ist. Der Vertrag

trägt das Siegel eines unbekannten Adlers und

erinnert an die Zeit der Regenerationszeit, als

die Schweiz sich neu formte. Als sie ihn liest,

wird ihr bewusst: Es handelt sich um einen Pakt

mit dem Teufel – nicht in der Form von Blut oder

Leben, sondern um den Austausch von Erinnerungen

gegen Macht über die Natur.

Sie schließt den Vertrag, ohne zu wissen, dass

sie dabei den Geist des Gletschers erwacht, der

seit Jahren den Dorfsee gefährdet. Die

Naturgewalt beginnt, sich zu regen. Eiskristalle

brechen sich in der Nacht, und das Wasser des

Sees steigt unkontrolliert. Clara merkt, dass

sie nun die Kraft besitzt, die Gletscher zu

lenken, aber jede Anwendung kostet sie eine

Erinnerung – an ihre Kindheit, an ihre Mutter,

an das Lachen ihrer Freunde.

Die Dorfbewohner, die immer noch auf die alte

Ordnung vertrauen, versuchen, Clara zu stoppen.

Ein Mann namens Hans, ein ehemaliger Bergsteiger,

glaubt, dass sie den Teufel angerührt hat, und

verlangt, dass sie den Vertrag zurückgibt. Doch

Clara weigert sich – denn sie will das Dorf

retten, auch wenn es bedeutet, dass sie selbst

in der Idylle verloren geht.

Ein Tag nach dem anderen vergeht, und die

Naturgewalt nimmt zu. Das Dorf wird von

Überschwemmungen bedroht, und Clara muss sich

entscheiden: Entweder nutzt sie die Macht, um

den See zu zügeln, und verliert dabei alle

Erinnerungen an ihre Vergangenheit, oder sie

lässt das Dorf untergehen, um ihre eigene

Identität zu bewahren.

Als die letzte Flut kommt, öffnet Clara den

Vertrag erneut. Mit einer letzten Erinnerung an

ihre Mutter ruft sie den Gletscher zur Ruhe. Der

See beruhigt sich, das Dorf bleibt stehen, und

Clara steht allein in der Villa, die jetzt leer

und kalt wirkt. Die Idylle ist vorbei, doch das

Dorf lebt weiter – in ihrer Erinnerung, in den

Geschichten, die man am Feuer erzählt.

Ein neues Zeitalter beginnt, und Clara wird zur

Mythe, die in den Bergen lebt.