Im Herbst 1957 trifft Clara, eine junge Frau aus

dem Süden Italiens, im abgelegenen Bergdorf

Schlosswil ein. Sie ist als Gastarbeiterin

angekommen, um in einer Textilfabrik zu arbeiten,

doch das Dorf wirkt still, fast geheimnisvoll.

Die Einwohner meiden sie, sprechen nur flüsternd

über die Vergangenheit.

Ein Tag später beobachtet sie einen alten Mann,

der am Grab seines Vaters ein Ritual vollzieht –

mit Kerzen, Salz und einem Stück Holz, das wie

ein Zünder aussieht. Als sie sich nähert, bricht

ein Sturm los. Der Mann flieht, doch Clara

bleibt zurück. In der Nacht spürt sie eine

Präsenz, die sie an ihre eigene Mutter erinnert,

die vor Jahren starb.

Am nächsten Tag wird Clara von den Dorfbewohnern

beschuldigt, eine Hexe zu sein. Der Dorfpfarrer,

ein ehemaliger Reformator, verbietet ihr,

weiterhin im Dorf zu bleiben. Doch Clara findet

in der Bibliothek ein Tagebuch, das auf den

Namen «Der Fluch der Nostalgie» steht. Darin

wird beschrieben, wie die Dorfbewohner einst

durch eine Geisterbeschwörung die Zeit einfroren,

um die industrielle Epoche zu verhindern.

Als sie das Buch liest, beginnt das Dorf zu

verändern. Die Strassen verwachsen sich, die

Gebäude verlieren ihre Farbe, und die Bewohner

werden immer stiller. Clara realisiert: Die

Nostalgie ist kein harmloser Rückblick, sondern

ein Mechanismus, der die Realität manipuliert.

Ein einziger Mann, ein Mitglied der lokalen

Versammlung, bietet ihr Hilfe an. Er ist ein

Nachkomme der ursprünglichen Beschwörer.

Zusammen versuchen sie, den Fluch zu brechen.

Doch es gibt eine Regel: Wer den Fluch bricht,

muss dafür seine eigene Erinnerung opfern.

Clara entscheidet sich, das Dorf zu verlassen.

Mit dem Tagebuch in der Tasche und einem Stück

Holz, das sie vom Grab nahm, geht sie zur

Bahnhofstation. Als sie die Grenze verlässt,

schwindet das Dorf hinter ihr weg, als wäre es

nie gewesen.

Die Nostalgie hat sich verändert. Das Dorf

bleibt, doch nicht mehr wie zuvor. Clara trägt

nun eine neue Erinnerung – und mit ihr die

Gewissheit, dass manchmal auch Emanzipation im

Stillen stattfindet.