Im Herbst 1842 bricht Clara Mayer in das Büro
des ehemaligen Richters Ritter ein, dessen
Urteile zur Zeit des Regenerationsprozesses
mehrere ihrer Verwandten ins Exil getrieben
hatten. Die Stadt Zürich steht am Scheideweg:
Kantone kämpfen um Macht, die Bürger versuchen,
ihre Stimme zu erheben, und im Hintergrund
riecht es nach verbranntem Papier und verbotenen
Büchern.
Clara, eine emanzipierte Städterin, die als
Buchhalterin im Bankhaus von ihrem Vater
arbeitet, hat seit Jahren nach Ritter gesucht.
Ihre Rache ist nicht bloss persönlicher Groll —
sie will zeigen, dass der alte Adel die Reformen
blockiert, die Zürich in eine moderne Republik
verwandeln könnten. Doch die Strassen sind
voller Spione, und jedes Treffen mit einem
liberalen Journalisten bringt sie tiefer in das
Netz der Geheimnisse.
Ein Hard Rule besagt: keine Beweise ohne Zeugen.
Clara stöbert in Akten, die nie gerichtlich
begutachtet wurden, doch alle Dokumente sind
entweder verschwunden oder falsch datiert. Sie
entdeckt, dass Ritter nicht nur gegen die
Regeneration war, sondern auch an einer geheimen
Vereinigung beteiligt war, die die Schweiz in
einen konservativen Bundesstaat zurückführen
wollte.
Ihr zweiter Hard Rule: niemand darf wissen, dass
sie auf der Suche ist. Doch während sie in einer
NachtclubUnterwelt nach Hinweisen sucht, wird
sie beobachtet. Ein Mann, der sich als Mitglied
der liberalen Versammlung ausgibt, übergibt ihr
ein gefälschtes Testament, das Ritter als
Verräter markiert.
In der Schlussphase ihres Plans stiehlt Clara
ein Dokument, das den Beweis für Ritters Verrat
enthält, und legt es in den Hof des
Kantonsgerichts ab. Als die Sonne aufgeht, ist
der Gerichtshof überfüllt mit Demonstranten, und
der Name Ritter wird lautstark gerufen. Der
Prozess beginnt, und Clara weiss, dass ihre
Rache nicht bloß einen Mann, sondern das System
selbst anspricht.
Die Stadt Zürich bleibt unverändert — aber die
Luft ist anders.


