Die Poststation in einem Dorf am Jura schließt

nach Jahrzehnten. Die letzte Mitarbeiterin, eine

junge Frau mit gespitztem Blick, erhält den

Auftrag, einen Brief an eine unbekannte

Empfängerin zu bringen. Der Brief ist in einem

alten Kasten gefunden worden, verschlossen mit

einem Stempel aus der Regenerationszeit.

Der Brief trägt keinen Absender, nur eine

Adresse in einem anderen Kanton. Die Route führt

durch abgelegene Höfe und über Straßen, die seit

Jahren nicht mehr genutzt wurden. Die

Dorfbewohner blicken misstrauisch, als sie den

Briefträgerinnen folgen. Sie wissen, dass die

alte Postlinie nie für politische Botschaften

genutzt wurde.

In einer Hütte im Wald trifft sie auf einen Mann,

der sich als ehemaliger Staatsbeamter outet. Er

sagt, der Brief sei eine Warnung: ein geheimes

Abkommen zwischen zwei Cantons, das die

Neutralität des Landes gefährdet. Er fleht sie

an, den Brief nicht zu übergeben. Sie weigert

sich.

Als sie den Brief endlich in einer stillgelegten

Kirche abgibt, wird sie von einer Gruppe von

Männern angegriffen. Sie flieht, doch der Brief

ist verschwunden. Sie findet ihn später in einem

Brunnen, versteckt unter Steinen. Als sie ihn

öffnet, steht nur ein Satz: "Es war nie zu spät.

"

Sie bleibt in dem Dorf, wo sie geboren wurde.

Die Poststation bleibt geschlossen. Doch die

Leute sprechen davon, wie sie den Brief getragen

hat – und was es bedeutete, ihn zu tragen.