Im Herbst 1962, im Zentrum Zürichs, eröffnet

Clara Halden eine Galerie für moderne Kunst. Die

emanzipierte Städterin hat sich mit dem Erbe

ihrer Familie abgesetzt – ein altes Bankhaus,

das heute als Geheimnis der Nachkriegsnostalgie

gilt. Ihre Ausstellungen sind kontrovers, doch

Clara will nicht mehr unter der Schuld ihres

Vaters leiden, der im Kriegsschuldenverfahren

den Namen der Familie ruiniert hat.

Als eine junge Kunstsammlerin plötzlich tot

aufgefunden wird, wird Clara beschuldigt. Die

Leiche liegt in einem leerstehenden Lagerhaus am

Seeufer, wo sie letzte Woche noch eine private

Vernissage abgehalten hatte. Ein Zeuge schwört,

sie habe mit der Toten gestritten. Das

DorfklatschBlatt titelt: „Die Schuld der Stunde“.

Clara flieht nach Grindelwald, ins Bergdorf, wo

ihre Mutter aufgewachsen ist. Doch die Nostalgie

dort ist kalt. Die Dorfbräuche verlangen, dass

wer Schuld trägt, auch Sühne leistet. Der

Bürgermeister erinnert an die Regenerationszeit,

als der Konflikt zwischen liberalem Fortschritt

und traditioneller Ordnung den Alpenraum

spaltete. Clara muss sich beweisen, dass sie

unschuldig ist – und gleichzeitig ihre

Vergangenheit akzeptieren.

Ein alter Archivar, der die Akten ihres Vaters

verwahrt, gibt ihr einen Schlüssel. Mit ihm

gelangt sie in das unterirdische Archiv des

Bankhauses. Dort findet sie Dokumente, die

zeigen, wie ihr Vater die Sammlerin finanziell

unterstützt hat – kurz vor ihrem Tod. Doch es

gibt keine Beweise, die gegen Clara sprechen.

In der Nacht der Dorffestspiele, als die

Alpenlichter brennen und der

BergsteigerdramaTanz beginnt, entdeckt Clara die

Wahrheit: Die Totenfrau war eine Spionin, die

geheime Geldflüsse durch das Bankhaus nach Paris

überwachte. Ihr Vater wusste davon – und hatte

sie ausgeschaltet. Clara hat nie gewusst, dass

sie den Schatten ihres Vaters trug.

Die Schuld ist alt, aber die Sühne muss jetzt

geschehen. Clara legt die Dokumente vor den

Gemeinderat. Der Vorwurf wird zurückgenommen,

doch die Nostalgie verändert sich. Nicht mehr

nur ein Geheimnis, sondern ein offenes Gespräch

über Schuld und Freiheit. Die Galerie bleibt,

doch Clara wechselt den Namen. Sie nennt sich

nun Schuldlos.

Der Berg steigt höher, die Zeit geht weiter. Die

Schuld der Stunde ist zur Schuld der Ewigkeit

geworden – und die Nostalgie hat sich verändert.