Im Dorf Steinbrücke, eingehüllt von den

schneebedeckten Gipfeln des Ursern, lehrt ein

junger Mann namens Emil Stettler Latein und

Geschichte. Seine Schülerinnen sind stärker als

erwartet, ihre Stimmen dringen durch die alten

Holzwände der Schule. Emil ist ein Idealist, der

sich auf die Emanzipation seiner Schülerinnen

konzentriert, doch sein Vater, ein ehemaliger

Bergführer, hat ihm beigebracht, dass Frauen im

Dorf nicht sprechen, sondern schweigen.

Eines Morgens, während er über das Tal wandert,

stolpert er über einen verwitterten Stein, auf

dem ein fremdes Zeichen steht: ein Regenbogen,

umgeben von alten Buchstaben. Als er ihn berührt,

öffnet sich ein Portal zu einer Parallelwelt. In

dieser Welt ist es das Jahr 1962, und die Frauen

des Dorfes haben sich in der Nachkriegsnostalgie

organisiert. Sie arbeiten in den Fabriken,

studieren und organisieren politische Treffen.

Die Machtverhältnisse sind umgekehrt, und Emil

wird in dieser Welt als Fremder wahrgenommen.

Er lernt eine junge Frau namens Clara kennen,

die in der Parallelwelt eine Gewerkschaft für

Lehrerinnen gegründet hat. Clara spricht über

die Emanzipation, die in ihrer Welt als

natürliche Folge der Nachkriegszeit entstanden

ist. Doch in dieser Welt gibt es auch keine

Bankgeheimnisse – alle Finanzen sind transparent,

und die DorfklatschTradition ist abgeschafft

worden.

Als Emil zurückkehrt, bringt er mit sich die

Erinnerung an Clara und die neue Ordnung. Doch

seine Schülerinnen fragen ihn, warum er sie

nicht mehr fördert. Seine innere Zerrissenheit

wächst, zwischen der Tradition seines Vaters und

der Hoffnung, die Clara in ihm geweckt hat.

In der Schule entscheidet er sich, die Klasse in

ein Projekt einzubeziehen, das die Rolle der

Frauen in der Schweizer Geschichte neu

interpretiert. Es beginnt mit einem Theaterstück,

das in der Parallelwelt stattfindet. Die

Schülerinnen tragen Rollen, die sie nie zuvor

gespielt hätten.

Am Ende des Schuljahres sieht Emil, wie die

Mädchen selbstbewusster werden, ihre Stimmen

lauter. Doch Clara bleibt in seiner Erinnerung,

ein Symbol für die Emanzipation, die er nun

selbst in seiner Welt begreifen will. Die

Hoffnung, die er in der Parallelwelt erfahren

hat, ist in ihn hineingewachsen.

Eine Regel gab es: Wer das Portal betritt, muss

sich entscheiden, ob er bleiben oder gehen will.

Emil blieb, aber nur in seinem Herzen. Die

Parallelwelt hat ihn verändert, und die

Nostalgie der Vergangenheit ist jetzt ein Teil

seiner Zukunft.