Im Herbst 1973 kehrt Clara Weber nach Zofingen
zurück, eine emanzipierte Städterin, die den
Druck der Stadt Zürich hinter sich gelassen hat.
Die Luft ist schwer von Nachkriegsnostalgie, und
das Dorf erinnert sich noch an die Jahre, in
denen die Industrie blühte und die Alpen die
Grenzen markierten. Ihre Mutter, eine
alteingesessene Bewohnerin, hat sie gebeten, den
alten Hof zu übernehmen – ein Anwesen, das seit
Jahren leer steht.
Clara findet keine Ruhe. Im Keller des Hauses
entdeckt sie ein Tagebuch aus dem Jahr 1947,
geschrieben von einem Mann namens Rudolf
Höfliger, der kurz vor seiner Flucht ins Exil
starb. Seine letzte Notiz spricht von einem
Geist, der den Berg heimsucht – ein Geschöpf,
das die Schuld der Dorfgemeinschaft trägt. Als
Clara beginnt, die Geschichte zu erforschen,
merkt sie, dass viele im Dorf ihre eigene Rolle
dabei spielen, den Schatten zu vergessen.
Ein neuer Kulturaustausch wird initiiert: die
Regenerationszeit, die die Schweiz neu formiert,
bringt mit sich eine Neubewertung von
Sprachidentität und Heimatverlust. Clara muss
zwischen ihrer neuen Identität als emanzipierte
Frau und der alten Dorftradition wählen. Die
Erinnerungen an den Krieg und die politischen
Zwänge der Zeit drängen sich auf.
In der Nacht des Dorffestes, als die Alpen im
Mondlicht schimmern, erwacht das Gespenst. Es
ist nicht einfach ein Phantasma, sondern ein
Symbol für die ungelösten Konflikte der
Vergangenheit. Clara steht vor einer Wahl: Sie
kann das Dorf in die Moderne ziehen oder die
Schuld begleiten, um den Kreis zu schließen.
Die Dorfbewohner versammeln sich am Fuße des
Berges, wo der Geist erscheint. Clara setzt sich
vor ihn, ohne zu fliehen. Sie liest laut aus dem
Tagebuch, bis die Stimme des Geistes verstummt.
Das Dorf atmet auf, doch die Erinnerung bleibt.
Die Welt hat sich nicht grundlegend verändert,
aber die Mechanik des Glaubens und der Schuld
ist anders geworden. Clara weiss nun, dass man
die Vergangenheit nicht tilgen kann, nur
bewältigen.


