Die Tochter eines Zürcher Bankiers wird zur

Nacht des Dorffestes im Hochalpenort Schönenberg

geschickt, um eine alte Familienkutsche

abzuholen. Der Ort, ein Relikt der

Regenerationszeit, lebt noch immer unter den

Spuren der alten Aristokratie, deren Macht nun

von liberalen Reformern bedroht wird.

Sie findet die Kutsche leer, doch im Stall stößt

sie auf ein vergessenes Ritualbuch, dessen

Seiten mit einer verbotenen Sprache beschrieben

sind. Die Einwohner sprechen nicht darüber, aber

ihr Vater hat vor Jahren einen Streit mit dem

lokalen Rat über eine geplante Eisenbahnlinie

verloren.

Als sie die Worte laut vorspricht, erwacht ein

Geist aus dem Berg – ein Schatten der

Vergangenheit, der die alte Ordnung

wiederherstellen will. Die Dorfbewohner, die

sich seit Jahrzehnten als neutrale Akteure

betrachteten, geraten in Panik. Die Regierung in

Bern droht mit einer Untersuchung, falls die

Stimmung im Ort weiter kippt.

Die Tochter wird zur Schlüsselgestalt: Sie muss

entscheiden, ob sie das Ritual beenden oder es

vollenden will, um die traditionelle Ordnung zu

retten. Doch jede Handlung hat Konsequenzen.

Wenn sie das Ritual beendet, bleibt die Region

in der Isolation – wenn sie es vollendet, wird

die Neutralität des Kantons zerbrochen.

Sie wählt den dritten Weg: Sie verbrennt das

Buch, doch der Geist bleibt. Er kehrt zurück,

als die Eisenbahnlinie gebaut wird. Die

Dorfbewohner, die sich bisher neutral verhielten,

müssen sich nun entscheiden, ob sie die

Veränderung akzeptieren oder kämpfen.

Die Tochter bleibt im Dorf, um die ersten Jahre

der neuen Ära zu überwachen. Die Eisenbahn fährt

durch den Berg – und die Alpenmystik wird Teil

der neuen Geschichte.