Im Herbst 1897 entdeckt der exzentrische

Erfinder Emil Roth in seiner Werkstatt im

Viertel Unterstrass ein Gerät, das Gedanken über

Frequenzen sendet und empfängt. Die Technik ist

unvollendet, aber sie ermöglicht es, geheime

Botschaften zwischen Menschen zu schicken, ohne

dass jemand den Inhalt hören könnte. Emil nennt

sie „Denkwellen“.

Die Stadt Zürich steht kurz vor einem

wirtschaftlichen Aufschwung, doch die Kluft

zwischen den Arbeitern und der Oberschicht wird

immer grösser. Emil nutzt sein Gerät, um anonyme

Nachrichten an Arbeitervereine zu senden, doch

bald bemerken die Behörden, dass jemand die

Kommunikation manipuliert. Ein Verbot der

Technik droht.

Emil trifft auf Clara Haldimann, eine reiche

Witwe mit politischem Einfluss. Sie ist

skeptisch gegenüber seiner Erfindung, doch ihre

Neugier gewinnt die Oberhand. Ihre Beziehung

beginnt als geistige Verbindung durch die

Denkwellen, doch bald teilen sie denselben Raum

– und die Gefühle werden real.

Clara unterstützt Emil heimlich, doch ihr Vater,

ein Mitglied des Stadtrates, will die Technik

unterdrücken. Als er erfährt, dass Clara mit

Emil zusammenarbeitet, verbietet er ihr

jeglichen Kontakt. Emil wird beschuldigt, den

Aufstand der Arbeiter angezettelt zu haben, und

inhaftiert.

Clara riskiert alles, um ihn zu retten. Sie

veröffentlicht einen Artikel in der Zürcher

Zeitung, der die Wahrheit über die Denkwellen

enthüllt. Doch der Artikel wird als Anschlag auf

die Ordnung abgetan, und Clara wird von ihrem

Vater verstoßen.

Am Tag ihres Hochzeitseidens mit Emil wird sie

in ihrer Wohnung gefunden – tot. Der letzte

Eintrag in ihrem Tagebuch liest: „Er hat mir

gesagt, dass ich ihm wichtig bin. Aber sie

glauben nicht, dass Gedanken mehr wert sind als

Gold.“

Emil flieht in die Alpen, doch die Denkwellen

bleiben. Die Stadt Zürich bleibt verändert, doch

die Technik wird nie wieder vollständig

kontrolliert.

Die Regeln: Kein Gerät darf ohne staatliche

Genehmigung benutzt werden. Wer gegen diese

Regel verstösst, wird als Verräter angesehen.

Die zweite Regel: Kein Geheimnis kann länger als

drei Tage existieren – die Denkwellen brechen es.

Emil Roth verschwindet, doch sein Name bleibt in

den Gedanken der Stadt. Tragisch, aber

unvergänglich.