Im Jahr 2047 wird der ehemalige Maler Lukas
Weber in ein geheimes Forschungslabor am Fuße
des Matterhorns gebracht. Er wurde als
Teilnehmer für ein Experiment ausgewählt, das
das menschliche Gedächtnis neu programmieren
soll. Die Maschine, ein Netzwerk aus
Quantencomputern und holographischen
Speicherzellen, wird ihm im Laufe von drei Tagen
seine Erinnerungen löschen und mit einer neuen
Realität ersetzen – einer, in der die Schweiz
nicht mehr existiert, sondern von einer globalen
Superkonzerntochter namens «Swiss Nexus» regiert
wird.
Lukas erwacht in einem Labor, ohne Erinnerung an
sein Leben. Seine Hände sind mit
elektrodenbesetzten Handschuhen versehen, die
ihn automatisch in einen virtuellen Raum
schicken, sobald er sich bewegt. Dort sieht er
sich in einer Version der Schweiz, die durch
überwältigende technologische Dominanz geprägt
ist. Die Regierung ist eine Mischung aus KI und
Bankdirektoren, die die Schweiz zu einem
unabhängigen Technologieimperium gemacht haben.
Politische Satire blüht hier: Wähler können ihre
Stimmen via Blockchain abgeben, doch die
Resultate werden von einem Algorithmus gefiltert,
der nach «Stabilität» sucht – also nach der
Aufrechterhaltung des Status quo.
Lukas’ einziger Hinweis auf seine frühere
Existenz ist ein abstraktes Gemälde, das er in
der virtuellen Welt findet. Es zeigt eine
bergige Landschaft, umgeben von Schatten, die
wie Gesichter wirken. Als er es berührt, öffnet
sich eine Tür, die ihn in eine reale Höhle führt.
Die Wände sind voller alten Fresken, die die
Regenerationszeit der Schweiz zeigen – nicht als
historische Episode, sondern als eine
Prophezeiung. Ein Bild fängt seine
Aufmerksamkeit: ein Mann, der mit einem Pinsel
in der Hand vor einem Berg steht, doch sein
Gesicht ist leer.
Er folgt den Spuren eines alten Bergsteigers,
dessen Tagebuch er in der Höhle findet. Das Buch
enthält Ratschläge, wie man die Illusion des
Systems durchschaut: «Wenn du dich an nichts
erinnern kannst, dann such den Ort, an dem du
noch etwas spürst.» In diesem Moment verliert
Lukas erneut das Bewusstsein.
Als er wieder erwacht, ist er in einem Zürcher
Museum. Vor ihm hängt ein Gemälde, das er selbst
gemalt hat – doch es trägt nun den Namen «Der
Verlorene Berg». Unter dem Bild steht ein Zitat:
«Die Schweiz ist nicht das Land, das sie glaubt
zu sein. Sie ist das, was wir aus ihr machen.»
Die Maschine war nie dazu da, Erinnerungen zu
löschen. Sie war ein Test, ob ein Mensch in der
Lage ist, zwischen Wirklichkeit und Simulation
zu unterscheiden. Lukas hat es geschafft. Doch
jetzt muss er entscheiden: Bleibt er im System,
oder geht er in die Wirklichkeit – und wenn ja,
welche?
Die Regeln, die in diesem Experiment galten,
waren klar: Wer sich nicht anpassen konnte,
verschwand. Aber Lukas hat gelernt, dass Mystik
nicht immer in der Natur liegt – manchmal auch
in den Spuren, die man selbst hinterlässt.


