Im Herbst 2023 verändert ein unerwarteter Brief

das Leben des Pfarrers Johann Weber aus dem

Bergdorf Oberwilen. Der Brief stammt von einem

ehemaligen Bankangestellten, der behauptet, in

der Schweizerischen Nationalbank eine Liste

verschwundener Gelder gefunden zu haben. Die

Liste nennt Namen, die bis in die

Regenerationszeit zurückreichen. Weber, der seit

Jahren den Glauben an die Unschuld der

Institutionen pflegt, wird zunehmend unsicher.

In Zürich beginnt er, im Umfeld der Bank zu

forschen. Er trifft auf einen jungen Mann namens

Markus, der in der Bibliothek des

eidgenössischen Archivs arbeitet. Markus ist ein

Anarchist, der die Schweiz als geheime

Finanzkammer für korrupte Mächte sieht. Er teilt

Weber mit, dass die Liste nicht nur alte Namen

enthält, sondern auch lebende Personen –

darunter einige der heutigen Grossratsmitglieder.

Weber wird von einer alten Regel begleitet, die

er noch als junger Priester gelernt hat: „Wer

die Wahrheit spricht, muss bereit sein, sie zu

tragen.“ Doch die Wahrheit ist schwer. Als er

versucht, die Liste an die Presse weiterzugeben,

wird seine Wohnung durchsucht. Seine Dokumente

sind verschwunden.

Er flüchtet nach Oberwilen, doch dort ist die

Welt bereits verändert. Ein neues Projekt zur

Sanierung des Dorfes wird angekündigt –

finanziert von anonymen Spendern. Weber merkt,

dass einige der Namen auf der Liste mit diesen

Spendern übereinstimmen. Er realisiert, dass die

Schweiz nicht nur ein Land der Neutralität ist,

sondern auch eines, in dem Geheimnisse über

Generationen hinweg getragen werden.

Als er beschließt, die Liste öffentlich zu

machen, wird er in der Kirche verhaftet. Die

Behörden werfen ihm Verleumdung vor. Doch

während seiner Haft wird die Liste in einem

Hackerangriff auf die Nationalbank

veröffentlicht. Die Schweiz steht vor einer

Krise, deren Ausmaß niemand erwartet hat.

Weber, der immer noch glaubt, dass Gott die

Wahrheit schützt, wird freigelassen. Doch seine

Gemeinde verlässt ihn. Die Wahrheit hat ihre

Spuren hinterlassen – und Zürich wird nie mehr

dieselbe sein.