Der Schneefall bricht den Verkehr im Tessin.

Eine junge Frau aus dem Süden, ohne Papiere,

wird von einem Dorfpolizisten aufgegriffen und

in ein abgelegenes Dorf gebracht. Sie wird als

Die naive Ausländerin bezeichnet, obwohl sie nur

nach Arbeit sucht.

Im Dorf wird sie als Fremdkörper behandelt. Ihre

Sprache ist fremd, ihre Kleidung unpassend. Die

Bewohner vermeiden sie, doch die Dorfältesten

halten sie fest, um sie zu befragen. Sie wissen,

dass sie etwas über die Verschwinden der letzten

drei Wanderer weiß.

Die Dorfältesten erzählen von einer alten Sage:

Wer die Grenze zwischen Tal und Gebirge

überschreitet, wird nicht mehr gesehen. Die Frau

erinnert sich an einen Mann, der ihr vor Wochen

am See gesagt hat, dass es keine Grenzen gibt.

Sie folgt ihm in den Wald, aber niemand sieht

sie wieder.

Die Dorfpolizei beginnt zu suchen. Sie findet

den Mann, aber nicht die Frau. Er sagt, sie sei

durch das Eis gebrochen. Die Polizisten glauben

ihm, doch die Ältesten schweigen. Sie haben die

Grenze überschritten und sind selbst

verschwunden.

Die Frau wird nie wieder gesehen. Doch im Dorf

wächst die Hoffnung, dass sie den Weg

zurückgefunden hat. Die Ältesten verändern die

Regeln: Niemand darf mehr alleine in den Wald

gehen. Die Grenze bleibt, aber sie wird nicht

mehr überschritten.