Im Dorf Steinbach, eingebettet in die schroffen
Felsen der Berner Alpen, ist die Luft schwer von
Streit. Der sture Bergbauer Markus Huber, dessen
Vorfahren seit Generationen die Gipfel bewachen,
entdeckt bei einem Schneefall ein verrostetes
Siegel in einer alten Höhle. Es trägt das Emblem
eines antiken Kaisers, dessen Name längst in den
Legenden verschwunden ist. Die Entdeckung löst
einen Wettstreit aus: Eine junge Erbin aus
Zürich, Clara von Ried, beansprucht das Relikt
als Teil ihres Familienvermögens.
Die Dorfältesten, eingeschüchtert von ihrer
eigenen Unwissenheit, drängen Markus, das Siegel
zu verstecken. Doch Clara bringt einen Antiquar
mit, der das Objekt auf einen Wert schätzt, der
das Dorf für Jahre versorgen könnte. Markus,
angespornt von dem Gedanken, endlich nicht mehr
nur der sture Bergbauer zu sein, weigert sich,
es zu verbergen.
Die Gemeinde teilt sich: Einige sehen in Clara
die Zukunft, andere in Markus den letzten
Wächter der alten Ordnung. Als Clara den
Siegelstein ins Dorfbrunnen wirft, um ihn
unantastbar zu machen, bricht der Boden unter
ihr zusammen. Die Erde verschluckt sie, doch das
Siegel bleibt unversehrt.
Markus, nun allein mit dem Geheimnis, baut ein
Denkmal aus den Steinen der Höhle. Er nennt es
„Der Alpenkönig“ – ein Symbol für die Spannung
zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die
Dorfchronik notiert: „Der sture Bergbauer hat
sich entschieden, nicht zu kapitulieren.“
Das Dorf bleibt geteilt. Doch das Siegel, jetzt
in Markus’ Händen, wird nie wieder in den
Brunnen zurückkehren.


