Im Herbst 1832, während die Schweiz zwischen

alten Kantonsregimen und neuem Bundesstaat

schwankt, wird eine junge Frau in Zürich

verschwunden. Ihre Familie, eine adlige Linie

aus dem Appenzellerland, bittet den skeptischen

Privatdetektiv Emil Hartmann um Hilfe. Hartmann,

ein Mann mit einem Hang zu Alkohol und Zweifeln,

lehnt zunächst ab – doch die Summe lockt ihn.

Die Suche führt ihn in die Tiefen des Zugersees,

wo er unter Wasser eine antike Krypta entdeckt,

deren Mauern noch warm sind, als ob sie erst vor

kurzem errichtet worden wären. Innen findet er

einen Altar, auf dem ein Porträt der

verschwundenen Frau steht – doch sie ist nicht

tot, sondern gefangen in einer Zeitreise, die

durch ein altes Ritual ausgelöst wurde.

Hartmanns Skepsis bröckelt, als er merkt, dass

die Frau nicht nur Opfer, sondern auch Teil

eines Rituals ist, das seit Jahrhunderten geheim

gehalten wird. Die Regenerationszeit der Schweiz

hat ihre eigene Mechanik: Jeder, der sich gegen

die alte Ordnung stellt, wird von einer geheimen

Bruderschaft in eine andere Zeit geschleudert,

um sein Schicksal zu bezahlen.

Die Frau, Clara von Rüti, war eine

Frauenrechtlerin, die sich für mehr

Selbstbestimmung einsetzte. Ihr Verschwinden war

kein Zufall, sondern eine Strafe. Hartmann muss

sich entscheiden: Entweder er befreit sie und

riskiert, ebenfalls in die Zeitverschiebung

gezogen zu werden, oder er lässt sie dort, wo

sie ist, und bleibt ein Mensch, der nur Geld

liebt.

In der Krypta aktiviert er ein mechanisches

Gerät, das in der Antike gebaut wurde, um die

Zeit zu manipulieren. Es knackt, es zittert, und

dann öffnet sich ein Portal. Clara tritt

hindurch, und Hartmann folgt ihr, nicht aus

Mitgefühl, sondern weil er weiß, dass er ohne

sie nie wieder ruhig schlafen könnte.

Als sie beide auf der anderen Seite ankommen,

ist es nicht die Zukunft, sondern ein

vergessenes Dorf im Appenzellerland, wo die Zeit

stillgestanden ist. Clara sieht jünger aus, fast

wie in ihrer Jugend. Hartmann fragt sich, ob er

wirklich gerettet hat oder nur eine neue Form

der Schuld begonnen hat.

Er bleibt bei ihr. Nicht wegen Liebe, sondern

wegen Schuld. Und so beginnt eine neue

Geschichte – in einer Welt, die niemand mehr

kennt.