Im Herbst 1842 wird der Dorfapotheker von
Zofingen tot aufgefunden, sein Gesicht verbrannt,
ein mechanisches Gerät neben ihm. Der
exzentrische Erfinder Konrad Vögelin, ein
ehemaliger Uhrenmacher aus Luzern, erhält eine
anonyme Briefkarte mit der Aufschrift: „Die Zeit
ist gekommen.“
In der Region tobt die Übergangszeit — die
Kantone ringen um Macht, die Ideen der
Regeneration prallen auf alte Strukturen. Konrad,
ein Mann mit krummen Fingern und einem
unstillbaren Hunger nach Wahrheit, reist ins
bergige Zofingen, wo die Menschen den Kantonen
nicht mehr vertrauen. Die Kirche verbietet es,
die Alpen zu besteigen, doch Konrad findet einen
abgelegenen Turm, der wie ein Uhrenwerk
konstruiert ist.
Er entdeckt darin ein mechanisches Gerät, das er
als eine frühere Version seiner eigenen
Erfindung identifiziert — eine Uhr, die nicht
die Zeit misst, sondern Schuld. In den
vergilbten Notizen des Apothekers liest er von
einem Geheimnis, das mit dem Tod eines
Gutsbesitzers im Jahr 1827 zusammenhängt. Der
Mann hatte versucht, die Sprachidentität des
Dorfes zu verändern, und dabei einen Schuldner
getötet.
Konrad folgt der Spur bis zu einem versteckten
Raum unter dem Dorfhaus, wo er eine geheime Akte
findet. Sie enthält Namen, die mit der heutigen
Dorfältesten übereinstimmen. Doch bevor er sie
öffnen kann, wird er von einem Unbekannten
angegriffen. Er entkommt, doch das Dokument
zerbricht in seine Hände.
In der Nacht brennt das Dorfhaus nieder. Die
Dorfälteste verschwindet. Konrad realisiert,
dass die Schuld nicht nur in der Vergangenheit
liegt, sondern sich nun auf ihn selbst überträgt.
Er zerstört das Gerät, das er gefunden hat, und
verlässt Zofingen, doch die Melancholie bleibt.
Die Übergangszeit hat nicht nur die
Machtverhältnisse verändert — sie hat auch die
Schuld neu verteilt. Konrad trägt sie nun in
sich, wie ein stiller Mechanismus, der nie mehr
aufhört zu ticken.


