Im Dorf St. Moritz, eingebettet zwischen

schroffen Felsen und schneebedeckten Gipfeln,

wird ein alter Bergführer tot aufgefunden. Sein

Tagebuch enthält eine Prophezeiung, die von

einem „Erwachten“ sprechen will, der die Welt

verändern wird. Die Gemeinde, noch im Schatten

der Regenerationszeit, ist gespalten: Einige

glauben an den Text, andere halten ihn für

Schwachsinn.

Der charismatische Sektenführer Gregor Weber,

ein ehemaliger Lehrer mit tiefer Stimme und

einem Hang zu dramatischem Pathos, entdeckt das

Tagebuch und sieht darin seine Bestimmung. Er

beginnt, die Dorfbewohner mit Predigten zu

begeistern, die auf die Prophezeiung verweisen.

Seine Worte sind scharfsinnig, voller Spott

gegen die alten Obrigkeiten, doch auch

gefährlich. Er spricht von einer neuen Ordnung,

bei der jeder Mensch sein eigenes Schicksal

bestimmen könne — ohne die Last der

traditionellen Autoritäten.

Die Dorfältesten, unter ihnen die konservative

Landvogtei, warnen vor dem „Sektenführer“, doch

ihre Stimmen werden von Weber’s Anhängerschaft

übertönt. In den Wirtshäusern wird getrunken, in

den Kirchen gestritten, und auf den Alpenpfaden

geht es geräuschvoll zu. Weber veranstaltet ein

Fest zum Tag des Bergführers, bei dem er die

Prophezeiung vorträgt, während ein

Hochprozentiges fließt.

Doch die Idylle bricht, als ein junger

Bergsteiger, der Weber unterstützt, in der Nacht

verschwindet. Sein Körper wird am Fuße eines

Gletschers gefunden — leblos, mit einem Stein am

Kopf. Die Dorfpolizei, die ohnehin

unterfinanziert und überfordert ist, kann nichts

tun. Weber hält einen Trauerreden, in dem er die

Toten als „Opfer der alten Ordnung“ bezeichnet.

Die Menge jubelt.

Als der Winter kommt, wird Weber zur lokalen

Ikone. Doch die Dorfältesten haben genug. Sie

rufen die Züricher Behörden, die schließlich

eine Untersuchung einleiten. Weber, der sich

inzwischen als „Erwachter“ selbst bezeichnet,

wird verhaftet. Doch statt zu fliehen, bleibt er

im Dorf, wo er nun eine letzte Rede hält: „Die

Prophezeiung war nur ein Werkzeug. Der wahre

Kampf ist hier, in den Herzen der Menschen.“

Die Dorfverwaltung entscheidet, den Bergführer

zu entmachten, doch sein Einfluss bleibt. Die

Prophezeiung wird zum Symbol einer Bewegung, die

in der Übergangszeit aufsteigt — politisch,

satirisch, idyllisch und doch zerstörerisch.