Im Schatten der Zürcher Alpen, wo die Städte in
Ruinen liegen und die Regierung aus einem
Dutzend selbsternannten Kommandanten besteht,
wird die Melancholische Musikerin Clara durch
einen Brief benachrichtigt. Sie ist die Erbin
eines verlorenen Gutshofs, das vor dem Kollaps
unter dem Namen Höhenklange stand. Die
Poststempel sind alt, die Handschrift fremd.
Clara reist mit ihrer Gitarre und einem
Notizbuch, in dem sie seit Jahren ihre Gedanken
über die zerstörte Schweiz notiert. Auf dem Weg
nach Appenzell stösst sie auf eine Gruppe
sogenannter „Apostel“, die sich als Nachfolger
der alten Bundesversammlung bezeichnen und jede
Art von politischem Witz als Hochverrat
betrachten. Ihre Anführer, ein ehemaliger
Bankier namens Halden, verbietet ihr den Zugang
zum Gut.
Das Gutshof Höhenklange ist nicht mehr als ein
Gerüst aus Stein und Holz, doch im Herzen des
Hauses befindet sich ein Raum, der mit alten
Musiknoten, geschnitzten Holzschildern und einem
grossen Spiegel gefüllt ist. Jeder Spiegel zeigt
eine andere Zeit – die Regenerationszeit, die
Nachkriegsflut, die heutige Wüste. Clara liest
die Noten, die auf dem Tisch liegen, und spielt
sie. Mit jedem Ton verschwindet ein Teil der
Wüste, ersetzt durch grünes Land.
Ein Hard Rule: Niemand darf ohne Erlaubnis des
Hofes spielen. Wer es tut, wird vergessen –
seine Existenz gelöscht. Clara weiss nicht, ob
sie das Spiel fortsetzen soll. Doch der Spiegel
zeigt ihr, dass der letzte Akkord noch nicht
gespielt wurde.
Sie spielt weiter. Die Apostel kommen, um sie zu
stoppen, doch die Melodie wirkt wie ein Zauber.
Die Regierenden werden in Lachen ausgebremst,
die Streitigkeiten zwischen den Kantonalen in
Humor verwandelt. Clara hat keine Ahnung, ob sie
die Welt rettet oder nur einen Moment der
Absurdität schafft. Doch als sie den letzten
Akkord spielt, fällt ein Regenschauer über die
Alpen – und die ersten Blumen sprießen in den
Trümmern.
Die Schweiz bleibt nicht unverändert. Sie wird
mystisch, satirisch, politisch. Und Clara weiss,
dass sie nie wieder alleine spielen wird.


