Im Schatten der zerstörten Alpen thront die

ehemalige Hauptstadt des Kantons Zürich, nun ein

isoliertes Refugium unter dem Namen «NeuZüri».

Die Stadt ist von einer Mauer umgeben, gebaut

aus den Überresten von Beton und Eisen, um die

wenigen noch funktionierenden Banken zu schützen.

Der korrupte Bankier Emil Ritter hat seit Jahren

das Vertrauen der Bewohner genutzt, um sein

Imperium zu erweitern — mit Geld, das nicht

existiert.

Die Belagerung begann vor einem Jahr, als die

letzten TransmissionsStationen zusammenbrachen.

Die Kantonsregierung, zersplittert in ihre alten

Strukturen, war machtlos. Emil nutzte die

Chaosphase, um seine Privatbank in einen

Währungsraub umzuwandeln. Er druckte Papiergeld,

das nur in seiner Zone gültig war, und zwang die

Einwohner, es anzunehmen, um Nahrung oder Wasser

zu erhalten.

Doch die Kantönligeist erwachte. Eine Gruppe von

ehemaligen Landwirten, Bergbauern und Lehrern,

die sich in der alten DorfklatschTradition

versteckten, begann, die Mauern zu durchbrechen.

Sie brachten alte Karten hervor, die die Region

vor der Apokalypse zeigten, und suchten nach

alternativen Ressourcen. Ihre Idee: Die Kantone

müssen wieder selbstständig werden, nicht von

einem einzigen Mann kontrolliert.

Emil entdeckt ihre Pläne, als ein junger

Bergsteiger, der ihm als Spion dienen sollte,

stattdessen eine Liste der versteckten Lagerorte

überreicht. Er reagiert mit Gewalt — die Mauer

wird verstärkt, und alle, die gegen ihn sind,

werden als «Kantonsverräter» gebrandmarkt. Doch

die Belagerung hat sich verändert. Nicht mehr

nur die Stadt wird belagert, sondern Emil selbst.

Die Kantönligeist führt zur Erschütterung der

alten Ordnung. Emil wird in seinem eigenen

Bankgebäude gefangen genommen, als die Menge,

die er jahrelang unterdrückt hat, endlich den

Mut findet, gegen ihn aufzustehen. Seine Bücher,

seine Goldreserven, all das wird zerstört —

nicht im Feuer, sondern in der offenen Handlung

der Menschen, die sich entschieden haben, keine

Sklaven mehr zu sein.

Die Stadt NeuZüri öffnet ihre Tore. Nicht als

Teil eines Bundesstaates, sondern als ein neues

Experiment in Selbstverwaltung. Emil Ritter

verschwindet, und mit ihm das System, das ihn

stützte. Die Spannung bleibt, aber nicht als

Bedrohung — als Erinnerung an eine Zeit, in der

die Kantone noch ihre eigene Stimme hatten.