Im Schatten der zerstörten Alpen steht ein Dorf,
das sich in der postapokalyptischen Schweiz neu
formiert. Der idealistische Lehrer Hans Ritter,
ein Mann mit tiefer Verbundenheit zur kantonalen
Identität, lehrt in einem provisorischen
Schulgebäude aus Holz und Zement. Seine Schüler
sind Flüchtlinge, Exilanten, die ihre Heimat
verloren haben – doch für Hans ist die Erhaltung
des Kantönligeists eine religiöse Pflicht.
Die Regierung der neuen Schweiz, eine
zentralisierte Struktur ohne Kantone, hat die
Sprachregelungen geändert. Nur eine einzige
Sprache ist erlaubt: Hochdeutsch. Dialekte,
lokale Bräuche und kantonale Selbstbestimmung
gelten als Bedrohung. Hans weigert sich, den
Unterricht auf Hochdeutsch zu halten.
Stattdessen spricht er im KlettgauDialekt, den
er seit seiner Kindheit kennt.
Sein Exil begann vor drei Jahren, als sein Dorf
bei einem Erdbeben zerstört wurde. Er floh nach
Zürich, wo er unter Zwang arbeiten musste, bis
er eine Stelle in diesem abgelegenen Dorf fand.
Doch hier fühlt er sich nicht sicher. Ein neuer
Gesetz verbietet jede Form von kantonaler
Selbstverwaltung. Die Dorfgemeinschaft wird
überwacht, und alle Versuche, den alten Geist
der Kantone zu bewahren, gelten als Rebellion.
Hans beginnt, heimlich einen Kreis von Schülern
zu sammeln, die ihm helfen, alte Dokumente zu
retten – Karten, Verfassungen, Briefe, die den
kantonalen Geist belegen. Er schreibt sie auf,
kopiert sie, verbirgt sie in den Wänden des
Schulhauses. Doch eines Tages wird ein Junge,
der ihn unterstützt, entdeckt. Er wird verhaftet,
und Hans muss fliehen.
In seinem Exil, in einem verlassenen Bergbauwerk,
trifft er auf eine Gruppe von Überlebenden, die
ebenfalls gegen die neue Zentralmacht
rebellieren. Sie sprechen in verschiedenen
Dialekten, tragen traditionelle Kleidung, beten
in alten Gottesdiensten. Hier ist die Idylle
nicht tot – sie lebt, verborgen, aber lebendig.
Ein letzter Akt: Hans veröffentlicht die
gesammelten Dokumente in einem versteckten Raum,
der nur durch ein Passwort zugänglich ist. Das
Passwort ist ein kantonesisches Lied, das er als
Kind sang. Als die Behörden kommen, um ihn zu
verhaften, öffnet sich die Tür, und die
Dokumente werden freigesetzt.
Das Dorf stirbt nicht. Es wird zum Symbol der
kantonalen Identität, zur Erinnerung an einen
Geist, der niemals wirklich verschwand. Hans
bleibt nicht mehr lange. Doch sein Werk ist
vollendet.


