Im Dorf Lütschental im Kanton Uri stirbt ein

Junge unerwartet während einer Schulausstellung.

Der idealistische Lehrer Johann Ritter, der seit

Jahren für den Erhalt der Dorfsprache kämpft,

nimmt die Sache persönlich. Die Eltern des

Jungen berichten von seltsamen Zeichen – eine

Handtasche voller alten Karten, ein Schlüssel

ohne Schloss und eine Stimme im Wind, die

„Grenzüberschreitung“ flüsterte.

Johann folgt dem Hinweis, doch die Dorfältesten

warnen ihn: Das Land ist nicht mehr das gleiche.

Vor einem Jahr hatte ein Fremder namens Virek

einen Bergfriedhof aufgestöbert, in dem

vergessene Götter aus der Schweizer Mythologie

wachten. Seither verschwinden Kinder, als ob sie

in eine andere Welt gezogen wären.

In der Nacht des 13. April verlässt Johann das

Dorf, um den Jungen zu suchen. Auf dem Bergpfad

trifft er auf eine junge Frau, die sich als Lena

bezeichnet, eine Entführte aus der Nachbarschaft.

Sie führt ihn zu einem versteckten Portal

unterhalb des SchilthornGletschers. Das Portal

ist kein künstliches Werk, sondern ein Teil der

alten Schweizer Götterwelt, die durch die

Regenerationszeit wieder aktiviert wurde.

Die Grenze zwischen dieser Welt und der

irdischen ist dünn. Lena erzählt, dass die

Götter die Menschen mit Verlangen nach

Grenzüberschreitung locken, um sie in ihre

Dienste zu zwingen. Johann wird in das Portal

gezogen, wo er den Jungen findet – gefangen in

einer Höhle, die sich wie ein Museum der

Schweizer Geschichte anfühlt, aber lebendig ist.

Die Götter erwarten einen Preis: Johann muss

seine Sprachidentität opfern, um den Jungen zu

retten. Doch er weigert sich. Stattdessen nutzt

er das Wissen über die alte Dorfsprache, um das

Portal zu schließen. Es bricht zusammen, und die

Götter verlassen die Welt.

Als Johann zurückkehrt, ist Lena verschwunden.

Der Junge lebt, aber sein Geist trägt die Spuren

der anderen Welt. Die Dorfältesten schwören,

niemals wieder über das Portal zu sprechen.

Johann bleibt der einzige, der weiß, dass die

Grenzen nicht nur zwischen Ländern, sondern auch

zwischen Menschen und Mythen liegen.

Der Schrei des Alpenwindes hallt noch lange in

den Bergen wider – ein Mahnmal für alle, die die

Grenzen überschreiten wollen.