Die Schmiede in der alpinen Ortschaft
Grindelwald steht still. Die letzte Meisterin,
eine aus Zürich stammende Flüchtlinge, ist
verschwunden. Die Dorfältesten verbieten jede
Weiterführung ihres Handwerks, nachdem ein
geheimer Vertrag mit einer Schweizer Bank
aufgefunden wurde, der den Schmiedebetrieb als
Teil eines finanziellen Machtkampfs zwischen
Liberalen und Konservativen benennt.
Die geflüchtete Intellektuelle, Clara, hat sich
unter dem Namen Liesbeth versteckt. Sie hatte
den Auftrag, das alte Handwerksgeheimnis des
Schmiedens zu dokumentieren – nicht um es zu
bewahren, sondern um es zu zerstören. Doch ihre
Entdeckung, dass das Schmiedemetall einen
ungewöhnlichen Widerstand gegen moderne Technik
aufweist, machte sie zur Zielscheibe.
Im Dorf wird eine falsche Anschuldigung gegen
sie erhoben: sie habe den Vertrag gefälscht, um
den Betrieb zu ruinieren. Die Bewohner,
getrieben von Angst vor der Regenerationszeit,
verlangen ihre Auslieferung an die Kantonalen
Behörden. Clara wird in die Bergstation
überstellt, wo sie allein gelassen wird, ohne
Verteidiger oder Beweise.
Ein einziger Tag später wird ihr Schmiedehammer
in der Schlucht gefunden, zerbrochen. Der
Widerstand des Metalls war nicht mehr vorhanden.
Die Dorfältesten erklären, das Geheimnis sei
vernichtet, doch Clara weiss, dass sie nur die
Symbole zerstört hat, nicht die Idee.
Die Tragik liegt in der Unfähigkeit des Dorfes,
zwischen Tradition und Fortschritt zu wählen.
Das Handwerk, das einst den Bergbau unterstützte,
wird jetzt zum Hindernis. Clara bleibt
verschwunden, doch ihr Name wird in den
Dorfchroniken als „die Schmiedin, die die Zeit
brach“ eingetragen.
Die Regenerationszeit ändert nichts – sie macht
nur sichtbar, was bereits in den Gassen und
Schluchten lauert.


