Im Herbst 1842, während der Übergangszeit von

der alten Kantonsmacht zur neuen

Bundesverfassung, wird der Dorfpfarrer von einem

Unwetter eingeholt. Auf dem Pfad zum Gipfel des

Säntis, wo er eine Messe für die Wanderer

abhalten wollte, stürzt ein Steinbrocken ihn in

einen versteckten Höhleneingang. Dort findet er

ein Buch, das in lateinischer Sprache

geschrieben ist und über einen Pakt mit dem

Teufel spricht – unterzeichnet mit dem Namen des

ehemaligen Bürgermeisters, der vor zehn Jahren

spurlos verschwand.

Der Pfarrer bringt das Buch nach Hause, doch es

verändert sein Leben. Jede Messe, die er hält,

wird von einem unerklärlichen Frost begleitet,

und die Dorfbewohner beginnen zu flüstern.

Einige glauben, dass der Pfarrer nun selbst den

Teufel beschwört, andere, dass der alte Pakt ihn

gezwungen hat, den Namen des Verschwundenen zu

tragen. Die Bergnot wird schlimmer: Lawinen

zerstören Felder, und die Dorfbrunnen trocknen

aus.

Als ein junger Bergsteiger, der den Pfarrer

verehrt, im Winter den Gipfel besteigt, um ihm

zu helfen, wird er von einer Sturzlawine

verschluckt. Der Pfarrer sieht den Moment, wie

der Mann vom Fels bricht, und fühlt, wie etwas

in ihm zerbricht. Er rennt zum Höhleneingang,

wirft das Buch hinein und zündet es an. Die

Flammen breiten sich rasch aus, doch statt zu

verbrennen, wird das Buch von einer unsichtbaren

Kraft zurückgezogen.

Am nächsten Tag erwacht der Pfarrer in der

Kirche, alle Spuren des Buches und des

Paktzeichens sind verschwunden. Doch die

Dorfbewohner haben gesehen, wie er den

Höhleneingang verließ. Sie meiden ihn, und der

Pfarrer bleibt allein mit dem Gewicht seines

Schweigens. Die Bergnot hält an, doch der Frost

lässt nach, und die Brunnen füllen sich langsam.

Die Übergangszeit veränderte nicht nur die

Politik, sondern auch die Seele der Menschen.

Der Pfarrer weiss, dass der Teufel ihn nie

verlassen wird – aber vielleicht war es niemals

ein Pakt, sondern eine Prüfung. Und so betet er

weiter, nicht mehr für die Gemeinde, sondern für

sich selbst.