Im Herbst 1835 bricht ein Sturm über den Kanton
Zürich herein. Die Dorfheilkundige Clara Meier,
eine Frau von Mitte dreissig, wird von den
Nachbarn gemieden, seit sie sich mit dem jungen
Reformer Johann Ritter verbündet hat. Ihre Hände,
die einst nur Salben und Kräuter mischten, jetzt
schreiben Briefe an das Bundeskomitee, in denen
sie für die Emanzipation der Frauen plädiert.
Ein Verbot hängt über ihr Haus: keine Heilung
mehr für Adelskinder, deren Väter den Reformern
feindlich gesinnt sind. Doch als der Sohn des
Grafen von Wiesendorn, ein Junge von zehn Jahren,
nach einer Pferdewunde zu ihr kommt, weigert sie
sich, ihn zu verweisen. Sie wendet die alte
Heilkunst an – und heilt ihn.
Der Graf ruft den Rat zusammen. Eine Blutfehde
entsteht: Seine Familie will Rache, doch die
neue Zeit drängt. Die Übergangszeit verlangt
nach Neuerungen, nicht nach altem Hass. Clara
wird zur Geheimnisbewahrerin der neuen Ordnung,
ihre Stimme ist Teil der Hoffnung auf einen
besseren Bund.
Die alten Regeln brechen zusammen. Die Reformer
gewinnen das Parlament, die Adelsclans ziehen
sich zurück. Clara bleibt in ihrem Dorf, doch
ihr Name wird in den Gesprächen der Stadt
erwähnt. Ein neues Kapitel beginnt – nicht ohne
Schmerz, aber voller Hoffnung.
Die Regenerationszeit hat die Welt verändert:
kein Adel mehr, keine Sklaverei, sondern ein
Land, das sich neu formt. Clara’s Hand schreibt
nicht mehr nur Heilungen, sondern Zukunft.


