Im Schatten der Alpen, wo die Welt nach dem
Kollaps neu geformt wurde, lebt ein gescheiteter
Künstler namens Elias in einem ehemaligen
Bergdorf. Die Luft ist schwer von Asche, und die
Regeln der Überlebenden sind streng: Jeder muss
sich einer Gemeinschaft anschließen, um
Ressourcen zu erhalten. Elias hat sich
abgesondert, malt auf alten Leinwänden, die er
aus zerstörten Museen rettete. Seine Werke sind
seltsam – sie zeigen Menschen, die nicht
existieren, aber ihre Gesichter sind vertraut.
Eines Tages entdeckt Elias in einem versteckten
Raum unter der Kirche eine Tür, die nicht dort
hingehört. Sie führt in eine Parallelwelt, in
der die Apokalypse nie geschah. Dort blühen die
Städte, und die Sprache ist reiner, voller
Dialekte, die er nicht versteht. Doch in dieser
Welt gibt es einen Flüchtling, dessen Geschichte
in Elias’ Gemälden wiederkehrt. Der Mann trägt
eine alte Uhr, deren Zeiger rückwärts laufen.
Als Elias zurückkehrt, verändert sich sein Dorf.
Die Menschen beginnen, ihn zu meiden, als sei er
verflucht. Ein neuer Regeltext erscheint an der
Wand des Gemeindehauses: „Wer fremde Welten
betritt, wird zur Last.“ Elias begreift: Seine
Bilder haben etwas angerührt, was nicht berührt
werden durfte.
Er beschließt, die Tür zu schließen, doch die
Uhr bleibt in seiner Tasche. In der Nacht hört
er Stimmen, die in einer Sprache sprechen, die
er versteht – eine Sprache, die ihm verloren
gegangen ist. Als er am Morgen aufwacht, ist das
Dorf leer. Nur seine Bilder bleiben, und in
jedem ist nun ein Schatten, der nicht mehr
wegzukriegen ist.
Die Parallelwelt hat ihn verändert. Und die Welt,
in der er lebt, hat ihn verloren.


