Im Herbst 1835, während die Schweiz sich von den

alten Kantonsrechten löst, betreibt Johann Weber

in Luzern eine alte Holzschnitzerei. Sein

Werkzeug ist unverzichtbar für die neue

Bundesarchitektur, doch sein Stolz auf das

Handwerk bringt ihn in Konflikt mit den

liberalen Reformern, die Maschinen bevorzugen.

Eine neue Gesetzgebung verbietet private

Meistereien, die nicht staatlich anerkannt sind.

Weber wird gezwungen, einen Lehrling auszuwählen,

der nicht nur handwerklich begabt, sondern auch

politisch neutral ist.

Seine Tochter Anna, eine junge Frau mit einem

Talent für Zeichnen, wird ins Spiel gezogen. Sie

verliebt sich in den Sohn des reformerischen

Bürgermeisters, ein Mann, der ihre Familie seit

Jahren ablehnt. Ihre Beziehung wird zur Gefahr,

da sie den gesellschaftlichen Spalt zwischen Alt

und Neu spiegelt. Die Stadt erwartet von Weber,

dass er sich auf die Seite der Modernisierung

stellt — oder zumindest schweigt.

Als eine Demonstrationsversammlung in der

Innenstadt gewaltsam beendet wird, entdeckt

Weber, dass sein Laden als Versteck für

verbotene Dokumente genutzt wird. Er wird

beschuldigt, gegen das Gesetz zu verstoßen,

obwohl er nichts davon wusste. Seine einzige

Rettung wäre, den jungen Lehrer als Verräter zu

melden, doch er weigert sich. Stattdessen nutzt

er seine Holzschnitzerei, um eine geheime

Botschaft zu verschicken — eine Skulptur, die in

ihrer Form den Namen des rebellischen Lehrers

trägt.

Die Stadt reagiert mit Verhaftungen, aber Weber

bleibt frei. Sein Werk wird zum Symbol der

Regenerationszeit, ein Gegenstand, der sowohl

Tradition als auch Widerstand verkörpert. Anna

und ihr Geliebter fliehen nach Zürich, wo die

Bewegung weiter wächst. Weber bleibt in Luzern,

doch seine Haltung hat sich verändert: Der

stolze Handwerksmeister wird zum stillen

Unterstützer der Reformen, ohne je sein Handwerk

aufzugeben.

Die Regeln der Zeit haben sich verändert — die

Macht liegt nicht mehr allein bei den

Aristokraten, sondern bei den Menschen, die in

den Werkstätten und auf den Straßen kämpfen.

Weber’s Werkzeug bleibt zwar dieselbe, doch die

Welt, die es schmiedet, ist neu.