Im Herbst 1842 verlässt Clara Meier Zürich,

nachdem ihr Vater wegen seiner liberalen Reden

entmachtet wurde. Sie trägt nur einen Koffer mit

Bücher und ein Porträt ihres Bruders, der im

Kanton Wallis verschwand. Die Schweiz steht vor

einem Bruch: die alten Herrschaften verlieren

Macht, die neuen Ideen sind noch unklar. In den

Alpen trifft sie auf eine Gruppe Flüchtlinge,

unter ihnen ein ehemaliger Lehrer aus Bern, der

sich als Fremdenführer verdingt.

Clara nimmt Arbeit in einer Bergstation, wo sie

den Winter über die Kälte und die Enge des

Lebens spürt. Sie lernt, wie man Holz hackt, wie

man Schnee schafft und wie man im Dunklen bleibt.

Doch die Flüchtlinge sprechen von einer geheimen

Versammlung in der Region, bei der die Zukunft

der Schweiz entschieden werden soll. Ihre

Sprache ist fremd, aber ihre Hoffnung nicht.

Ein Hardrule: Jeder, der mehr als drei Tage in

der Station bleibt, muss einen Eid leisten – auf

Treue oder Verleugnung. Clara weigert sich, doch

der Wirt erpresst sie mit ihrer Schwester, die

in der Stadt zurückbleibt. Sie bricht den Eid,

doch statt Strafe kommt nur Schweigen. Die

Station wird am nächsten Tag abgerissen.

Die zweite Hardrule: Kein Fremder darf die

Grenze der Alpen überqueren, ohne einen

Passierschein zu tragen. Clara hat keiner, doch

ein junger Bergsteiger, der sich in ihr verliebt,

hilft ihr. Er führt sie durch das Tal, wo die

ersten Stimmen der neuen Bundesverfassung zu

hören sind.

Am Ende des Winters trifft Clara auf ihren

Bruder – lebend, aber verändert. Er arbeitet für

die Reformpartei, die nun die Schweiz neu

gestalten will. Clara fragt ihn nicht nach dem

Schicksal ihrer Familie. Stattdessen legt sie

ihm ihr Porträt hin und sagt: «Ich bleibe hier.»

Die Hoffnungsvollkeit liegt nicht in der Lösung,

sondern im Schritt, den sie macht. Die Schweiz

wird anders, und sie wird dabei sein.