Im Jahr 1842, während der Regenerationszeit,

wird in Luzern ein altes Dokument entdeckt: ein

verloren geglaubter Grenzvertrag zwischen dem

Kanton Uri und dem Fürstentum Liechtenstein. Der

Vertrag könnte die territorialen Ansprüche im

Gotthardgebiet neu definieren. Ein Mann namens

Kaspar Hirt, ein skrupelloser Spekulant aus

Zürich, liest davon und sieht seine Chance. Er

kauft die Handschrift und plant, sie als Geisel

zu benutzen, um politische Macht zu gewinnen.

Kaspar ist kein Unbekannter. Seine

Geschäftspraktiken sind umstritten, doch niemand

hat ihn je gefasst. Er schickt einen seiner

Agenten nach Uri, um den Besitzer des Dokuments

zu finden. Der Mann ist ein alter Bergführer

namens Josef Meier, der den Vertrag in einer

Höhle am Gotthard versteckt hält. Doch Meier hat

keine Ahnung, was er in Händen trägt – bis

Kaspar ihm eine Liste seiner Schulden unter die

Nase reibt.

Die Grenzüberschreitung ist nicht nur

geografisch, sondern auch moralisch. Meier hat

ein Leben lang im Schatten gearbeitet, doch nun

muss er sich entscheiden: Wird er sich von

Kaspar kaufen lassen oder wird er den Vertrag an

die Öffentlichkeit bringen? Als Meier versucht,

den Vertrag zu zerstören, wird er von einem

Anschlag aufgehalten – Kaspar hat ihn überwacht.

Rache wird zur Kraft, die die Ereignisse

antreibt. Meier findet heraus, dass Kaspar vor

Jahren eine Familie in Uri ruiniert hat, um Land

zu kaufen. Die Erinnerung an die Toten und die

Verzweiflung seiner Tochter, die er nie

wiedersehen wird, treiben ihn an. In einer Nacht,

bei stürmischem Wetter, gelingt es ihm, den

Vertrag aus der Höhle zu entführen und in den

Gotthard zu tragen.

Als Kaspar den Verlust bemerkt, versucht er, die

Alpen zu durchqueren, um Meier zu stellen. Doch

die Natur ist kein Freund des Skrupellosen. Eine

Lawine begräbt ihn unter einem Felsblock. Als

die Nachricht vom Tod des Spekulanten verbreitet

wird, wird der Vertrag öffentlich gezeigt – und

mit ihm die Schwächen der aristokratischen

Herrschaft.

Romantik entsteht nicht in der Liebe, sondern in

der Wiederherstellung eines verlorenen Rechts.

Meier kehrt nach Uri zurück, wo er eine kleine

Schule gründet, um die jungen Leute für das neue

Zeitalter zu prägen. Die Grenze bleibt, doch die

Machtverhältnisse sind gebrochen. Die Welt hat

sich verändert – und der Schatten am Gotthard

ist verschwunden.